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Krebs: Entstehung, Risikofaktoren und Vorsorge

Der 4. Februar ist weltweit der Tag, an dem Krebs als eine der häufigsten Todesursachen in das Bewusstsein der Bevölkerung zurückgeholt werden soll. An diesem Tag sollen Aufklärung, Vorbeugung und Behandlung im Mittelpunkt stehen. Und das nicht ohne Grund: Jeder Zweite erkrankt im Laufe seines Lebens einmal an Krebs und jeder Vierte muss sein Leben für den Krebs lassen. Doch wie entsteht die Krankheit, was sind die Risikofaktoren und wie kann man vorbeugen?

Was ist Krebs?

Allgemein gesagt ist Krebs eine Krankheit der Gene. Denn Krebszellen entstehen, wenn sich bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz verändern, diese Veränderungen aber nicht mehr repariert und die Erbinformationen dadurch verfälscht werden. Je älter der Mensch, desto unzuverlässiger das Reparatursystem. Dies spiegelt sich in den Neuerkrankungszahlen wider: Durchschnittlich erkranken Menschen im Alter von 69 Jahren an Krebs. Doch es gibt auch Krebserkrankungen, die besonders jüngere Erwachsene betreffen. So zum Beispiel Hodenkrebs – hier liegt das mittlere Erkrankungsalter bei bereits 38 Jahren.

Als bösartig gelten körpereigene, neu gebildete Zellen, die sich unkontrolliert teilen. Diese vermehren sich, sind aggressiv und wachsen in umliegende Gewebe ein, um sie schließlich zu zerstören. Bösartige Tumore können außerdem Tochtergeschwulste bilden, sogenannte Metastasen.

Zahlen und Fakten

  • 500.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu an Krebs
  • Ungefähr die Hälfte aller erwachsener Krebspatienten können geheilt werden
  • Vier von fünf Kindern können geheilt werden
  • Die häufigste Krebsart bei Männern ist Prostatakrebs
  • Frauen erkranken am häufigsten an Brustkrebs
  • Tendenziell wächst die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen in Deutschland

Die häufigsten Krebsarten

Da die Ursachen für Krebs sehr vielfältig sind, gibt es mittlerweile mehr als dreihundert verschiedene Krebsarten. Die am häufigsten vorkommenden Krebsarten sind allerdings Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, Hautkrebs und Gebärmutterhalskrebs.

Risikofaktoren

Es gibt einige Faktoren, die dazu beitragen die Gene zu verändern und somit die Krebsentstehung fördern. Dazu zählen UV-Strahlen, Tabakrauch, chronische Infektionen, hoher Alkoholgenuss, ungesunde Lebensweise, wenig Bewegung und Chemikalien. Doch in bis zu zehn Prozent der Fälle sind die Veränderungen erblich bedingt und die Krankheit kann bereits in jungen Jahren zum Vorschein kommen.

Krebsvorsorge im Alltag

Bei Krebsarten, die durch äußere Faktoren entstehen, kann jeder Vorsorge betreiben. Im Alter typisch auftretende Erkrankungen wie Prostata- und Brustkrebs können durch regelmäßige Vorsorgetermine beim Arzt frühzeitig erkannt werden. Wichtig ist natürlich auch, Nikotin zu vermeiden, die Haut vor UV-Strahlung zu schützen, sich ausreichend zu bewegen und gesund zu essen. Aber auch die Untersuchung am eigenen Körper ist wichtig. Sich selbst regelmäßig durch Abtasten und Inspektion von Brust, Haut, Hoden und Genitalien zu untersuchen, kann zur Früherkennung beitragen.

Ärztliche Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung bei Frauen

  • Jährliche Genitaluntersuchung ab 20 Jahren
  • Vorsorge der Brust ab 30 Jahren
  • Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs ab 35 Jahren
  • Untersuchung auf Darmkrebs ab 50 Jahren

Ärztliche Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung bei Männern

  • Untersuchung auf Hautkrebs ab 35 Jahren
  • Krebsvorsorge von Prostata und Genital ab 45 Jahren
  • Untersuchung auf Darmkrebs ab 50 Jahren

Ausblick und Forschung

Noch immer ist die Krebsforschung nicht so weit, allen Krebsarten vorzubeugen, beziehungsweise sie zu heilen. Trotzdem stehen die Chancen gut. Obwohl die Erkrankungsraten steigen, steigen auch die Heilungsraten immer weiter. Heute überleben fast 60 Prozent der Männer und 64 Prozent der Frauen ihre Krebserkrankung. Bei Kindern beträgt die Heilungsrate sogar über 80 Prozent. Ein Behandlungsansatz gibt besonders Hoffnung: personalisierte Ansätze für jede Art an Krebs führen zu einer zielgerichteten Behandlung. Experten gehen davon aus, dass in absehbarer Zeit fast alle bösartigen Tumore genetisch untersucht werden können, um gezielt bestimmte Aktivierungsmechanismen in den Zellen abzuschalten. So sollen sich auch Krebserkrankungen, ausgelöst durch Umweltbedingungen, besser verhindern lassen können.

Auch Immuntherapien geben Hoffnung. So soll das menschliche Immunsystem in den nächsten Jahren so manipuliert werden können, dass es Tumore selbst bekämpfen kann. In Chicago ist eine derartige Therapie bereits im Tierversuch gelungen. Beide Behandlungsarten vermischen sich immer mehr. So soll die Krebsforschung in Zukunft noch zielgerichteter und individueller werden. Wichtig ist immer, dass sich jeder Mensch über seinen eigenen Körper bewusst wird, um Veränderungen frühzeitig selbst erkennen zu können.

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