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20.10.2017

Polio: 5 Antworten auf die wichtigsten Fragen

Der Welt-Polio-Tag soll die Bevölkerung jährlich dazu motivieren, Auffrischungsimpfungen machen zu lassen, um eine Rückkehr der fast ausgerotteten Krankheit zu verhindern. 1998 erstmals durch den UNICEF und WHO ausgerufen, jährt sich der Welt-Polio-Tag in diesem Jahr zum 19. Mal. Doch was genau ist Polio und wie wird es behandelt?

1. Was ist Polio?

Im Volksmund eher bekannt als Kinderlähmung, steht Polio für Poliomyelitis. Es handelt sich hierbei um eine Viruserkrankung, die in schweren Fällen Lähmungen verursacht. Sie tritt meist im Kindesalter auf. Dank konsequenter Impfung, ist Polio in westlichen Ländern heute so gut wie verschwunden. In einigen Ländern, Asiens, Afrikas und Osteuropas hingegen, bricht die Viruserkrankung immer wieder aus. Besonders in Nigeria, Afghanistan und Pakistan kommt es, laut der Polio Initiative Europa e.V. jährlich zu hunderten Neuerkrankungen. Nicht selten, wird die Krankheit auch in andere Regionen verschleppt. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung auch hierzulande immer noch.

2. Wie entsteht die Lähmung?

Der Polio-Virus kann Entzündungsreaktionen auslösen, die im schlimmsten Fall die Nervenzellen ausfallen lassen. Am häufigsten sind Nerven, die zu den Skelettmuskeln führen. Durch diese Nervenschäden können die Muskeln ihre wichtige Verbindung zum Gehirn verlieren. Sie können also nicht mehr willentlich bewegt werden und bleiben schlaff. Betrifft dies die Atmung, kann das tödlich sein.

3. Welche Symptome entstehen?

Bei vielen Patienten treten ungefähr eine Woche nach Ansteckung Beschwerden wie Fieber, Übelkeit, eine Magendarmentzündung, oder Kopf- und Muskelschmerzen ein. Oft verschwinden die Symptome nach einigen Tagen. Sind die Nervenzellen in Rückenmark und Gehirn befallen, kann es zu der befürchteten Muskellähmung kommen. Oftmals kann dann zunächst ein Bein oder ein Arm nicht mehr bewegt werden.

4. Wie wird die Kinderlähmung behandelt?

Besteht Verdacht auf Polio, dann wird der Patient zunächst isoliert, damit sich das Virus nicht ausbreitet. Die Behandlung selbst ist relativ schwierig, da es kein spezifisches Medikament gegen das Virus gibt. Ärzte können nur einzelne Symptome mit Wärme oder Schmerzmitteln lindern. Sind lebenswichtige Muskeln ausgefallen, werden Patienten auf der Intensivstation beatmet oder ernährt. Nach einem starken Fall von Polio müssen sich Betroffene meist jahrelang schonen, hierbei kann eine Physiotherapie helfen, mit der Lähmung zurechtzukommen.

5. Wie beugt man vor?

Heute gibt es hierzulande einen Impfstoff, der anders als früher, nicht geschluckt, sondern gespritzt wird. Das Robert Koch-Institut empfiehlt laut Apotheken Umschau, bereits Säuglinge immunisieren zu lassen. Dafür sind im ersten und zweiten Lebensjahr mehrere Impfdosen nötig. Nach zehn Jahren muss die Impfung aufgefrischt werden. Vor allem Touristen sollten sich vor der Reise in ein afrikanisches oder asiatisches Land informieren.

Fazit

Poliomyelitis ist eine verheerende Viruserkrankung, die bis hin zum Tode führen kann. Bislang gibt es keine andere Vorbeugung, als die des Impfens. Für Betroffene, die mit Folgeschäden zu kämpfen haben, gibt es allerdings Schmerzmittel und Wärmetherapien, die Abhilfe schaffen können.

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